Warum ist eine Welpenschule wichtig?

Welpenschule – ja oder nein?

Der kleine, neue vierbeinige Liebling ist frisch bei Ihnen eingezogen. Hochmotiviert gehen Sie mit dem Welpen raus um die Welt zu entdecken. Doch bereits auf den ersten Gassigängen geht es schon los mit gut gemeinten Ratschlägen von anderen Hundebesitzern, Freunden oder Nachbarn.

  • „Du musst mit deinem Hund in eine Welpenschule – das ist wichtig, sonst wird er sich später nicht mit anderen vetragen…“
  • „So ein Quatsch! Welpenschule ist nur Geldmacherei! Es reicht, wenn dein Welpe ab und zu mal einen Hund trifft. Früher gab es so etwas auch nicht.“
  • „Du darfst aber erst in die Welpenschule, wenn dein Hund komplett durchgeimpft ist, sonst steckt er sich da mit allem Möglichen an!“

Macht die Welpenschule krank?

Wenn man mit seinem Welpen vor die Tür geht, weiß man ja auch nicht, was da vorher an kranken oder gesunden Hunden rumgelaufen ist. Die wichtigste Aufgabe für den frisch gebackenen Hundehalter ist, seinen Welpen zu sozialisieren. Somit nimmt er seinen Welpen an alle möglichen Stellen mit, was ja auch richtig ist. Was kann er sich da alles holen?!

Aber in die Welpenschule darf er nicht gehen, weil er noch nicht durchgeimpft ist? Doch besteht dort die geringste Gefahr, weil Hundeschulen, bitte auch darauf achten, in der Regel überprüfen, ob die Hunde geimpft (grundimmunisiert) sind und nur gesunde Hunde mitmachen lassen.

Der Rat, erst in die Hundeschule zu gehen wenn die Welpen komplett durchgeimpft sind, wird noch oft von Züchtern und auch von Tierärzten gegeben, ist aber als überholt anzusehen. Denn dann dürfte man mit dem Welpen gar nicht vor die Tür gehen. Das würde aber zu massiven Sozialisationsdefiziten führen, die man später kaum noch nachholen kann.

Fest steht, dass der Welpe sich nicht automatisch sozial verhalten kann. Er hat die genetischen Anlagen dafür, aber er muss soziales Verhalten erst noch lernen. Und das geschieht in der Interaktion mit anderen Hunden. Am besten mit Hunden verschiedener Altersklassen und verschiedener Rassen, angeleitet durch einen kompetenten Trainer, der Sie dahingehend schult, zu unterscheiden was Spiel und was Mobbing ist. Sowohl der Halter des mobbenden Hundes, wie auch der Halter des gemobbten Hundes – beide lernen damit später sensibel umzugehen. Lernt ein Welpe keine Artgenossen oder Umweltreize kennen, wird er später Defizite im Umgang mit anderen Hunden und in der menschlichen Gesellschaft haben, schlicht und ergreifend weil er es als Welpe nicht kennen gelernt hat. (Kasper-Hauser-Syndrom)

Wie wichtig ist das Spielen für Welpen

Spielen ist für Welpen von großer Wichtigkeit, da es das spätere Leben der Kleinen entscheidend prägt. Je mehr der Welpe spielen „lernt“, desto sicherer kann er später mit anderen Hunden umgehen. Ein gut sozialisierter Hund kann mit Artgenossen positiv und klar kommunizieren. In der Welpenschule lernen die Kleinen im Spiel übertriebene Gestiken und Mimiken sowie verschiedene Rollenspiele. Je mehr sie mit anderen Welpen interagieren, desto größer ist später ihr soziales Verhalten anderen Artgenossen gegenüber…

Kunterbunte Rassenvielfalt sollte sein

In einer Welpenschule sollten die Kleinen möglichst eine große Vielfalt an Rassen (Aussehen/Größe) kennenlernen und folglich auch deren unterschiedliche Spielformen. Jede Rasse hat eine eigene Spielform, die einen spielen lieber grob, körperlich und rangeln gerne, andere spielen eher vorsichtig oder nachlaufen. Durch die verschiedenen Zuchtselektionen, wie z. Bsp. Bei dem Mops, kann es im späteren Verhalten schon einmal zu körpersprachlichen Missverständnissen kommen – diese können durch eine vielfältige Prägung vermieden werden.

Ist der Welpe schüchtern? Oder gar ängstlich?

Bei den Welpen ist es wie bei kleinen Kindern auch, die den ersten Tag im Kindergarten vor sich haben und auf ganz viele, neue andere Kinder stoßen. Die einen können es kaum erwarten in den Kindergarten zu kommen, andere verstecken sich hinter ihren Eltern und beobachten erst einmal aus einer gewissen Distanz, das neue Geschehen.

Auch der ein oder andere Welpe tut sich am Anfang schwer, wenn er das erste Mal auf anders aussehende Artgenossen trifft. Man kennt ja bisher nur die eigene Rasse (Geschwister) und er wundert sich, was es noch so für „Außerirdische“ gibt.

Ob ich nun den Draufgänger oder das zarte Pflänzchen habe, ist abhängig von dem jeweiligen Charakter, der Vorgeschichte und der genetischen Veranlagung des Hundes. Hab ich einen introvertierten Welpen, kann dieser in einer guten Welpenschule lernen, seine Angst vor dem Neuen zu überwinden und Bindungen zu anderen Welpen aufzubauen. Sie lernen dort Kontakt mit den anderen aufzunehmen und auch mal z. Bsp. selbst beschnüffelt zu werden. Diesen beschriebenen Kontakt mit anderen Welpen in der Welpenschule zu üben ist deshalb so wichtig, weil ihr Hund dadurch mit der Zeit immer selbstbewusster und sicherer im Umgang mit seinen Artgenossen wird.

Diese Lernerfahrungen sollten ausnahmslos positiv verlaufen, mobben in der Welpenschule ist strengstens untersagt. Da es keinen Welpenschutz gibt, ist das kennenlernen von anderen fremden (erwachsenen) Hunden, draußen im Park sehr kritisch zu betrachten. Dies kann in einer Welpenschule vermieden werden. Sorgen Sie dafür, dass Ihr kleiner Liebling bis zur 17. Lebenswoche NUR positive & qualitativ wertvolle Kontakte zu Artgenossen, Umwelt und Menschen hat und unter gleichaltrigen das soziale Spielen lernt.

1. Lernschritte unter Ablenkung

In der Welpenschule lernen die Kleinen spielerisch, unter Ablenkung der anderen Schulkameraden, die ersten Übungen für später – sozusagen das kleine 1×1. Im Hundefall „Sitz, Platz, Hier“.

Suchen Sie sich eine gute Welpenschule, denn nur weil es sie früher nicht gab, heißt es auf keinen Fall, dass diese nicht unglaublich wichtig als Fundament für ein harmonisches Zusammenleben mit seinem Hund ist, mit dem Sie sich immer und überall gern gesehen, blicken lassen können. Vor allem aber Ihr Hund wird es Ihnen danken!!!!

Wie erkenne ich eine gute Welpenschule?
  • es sind verschiedene Rassen zugelassen
  • pro Trainer sind es maximal sechs Welpen
  • der Trainer kann Ihre Fragen kompetent beantworten
  • der Umgang mit den Welpen ist liebevoll
  • Sie können sich eine Stunde vorher ansehen bevor ihr Welpe kommt
  • der Trainer schreitet sofort ein, wenn ein Welpe gemobbt wird (d.h. nicht, dass die Welpen nicht mal ein bisschen raufen dürfen!)
  • es wird mit positiver Verstärkung und viel Motivation trainiert
  • Sie sollten sich wohl fühlen und mit dem Trainer klar kommen
    (der Trainer kann noch so gut sein – wenn die Chemie nicht stimmt, gelingt das Training nicht)
  • Welpen und Junghunde werden nicht gemischt!
  • Eine breites Angebot für die Welpen – wie z. Bsp. Besuche im Einkaufscenter, Erlebnisbauernhöfe, Welpenschwimmen, Reitställe

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sie bei der Wahl der Welpenschule ruhig auch auf Ihr Bauchgefühl hören sollten. Fahren Sie lieber ein paar Kilometer weiter, als mit einem schlechten Gefühl nur deshalb zu einer Welpenschule zu gehen, weil sie in der Nähe ist.

Und vor allem, suchen Sie sich eine Welpenschule aus, BEVOR der neue, kleine Familienzuwachs bei Ihnen einzieht.