Hier – Den Hund richtig rufen

Der sichere Rückruf

„Hier!“ ist für den Hund ein schwieriger Befehl. Der Hund muss etwas unterbrechen, das er gerade interessant findet, um – viel langweiliger! – zu Ihnen zu kommen. Wenn Ihr Vierbeiner nur ungern auf Ihre Zurufe reagiert, sollte Ihre Aufgabe darin liegen, das „Hier!“ für ihren Hund so amüsant und interessant wie möglich zu gestalten.

Es gibt unzählige Varianten des „Hier!“-Signals.

Wir hören sie täglich in Parks und überall da, wo wir mit unseren Hunden laufen.

  1. Variante: (Diese ist auch direkt meine Lieblings-Variante) Der autoritäre, drohende Tonfall: Hierhin jetzt!!! Sofort! Damit einhergehend die vorne übergebeugte Körperhaltung mit dem drohenden, autoritären Zeigefinger der die Position vor meinen Füßen anzeigt. Der Mensch meint, dass die schärfe im Ton, dem Hund jetzt klar macht, dass er zu kommen hat – aber mal ehrlich – wenn mich als Mensch jemand so ruft, gehe ich dann gerne dahin?
  1. Variante: Die „ich-rufe-wie-verrückt-den-Namen-meines-Hundes“ ohne dem Hund den eigentlichen Grund des Rufens mitzuteilen. „Köbes, Köbeeeees, Köööööööbeeeeees“ Köbes – was denn? Köbes sitz, Köbes Steh, Köbes Hier??!!
  1. Variante: Die „ich-verführe-meinen-Hund“ Köbes hier – ooooh was hab ich denn da – dabei raschel ich mit der Tüte, mmmmmh Leckerchen…
  1. Variante: „Hier“ und dabei schon mit der Leine, den Karabiner klickend in der Hand haltend, dem Hund in Aussicht stellen – super, wenn Du kommst, ist auch gleich der Spaß vorbei – es wird sich lohnen.
  1. Variante: Rufen in der Endlosschleife: Köbes Hier, hier, hier, Köbes, Hier, Hiiiier

Köbes und andere Hunde würden wahrscheinlich aufs Wort gehorchen, wenn ihre Besitzer ein paar grundlegende Punkte beherzigen würden. Der wichtigste: Hunde lernen, in dem Moment zu gehorchen, in dem man das Gehorchen durchgesetzt hat. Wenn Sie Ihren Hund also geschlagene zehn Mal rufen und dann erst hinter ihm herstapfen, um ihn zu holen, wird er auf diese Weise lernen, erst beim zehnten Mal gehorchen zu müssen oder eben stehen zu bleiben, damit Sie kommen, um ihn zu holen. Er wird nicht im Traum darauf kommen, schon beim ersten Ruf seines Namens umzudrehen, um zu Ihnen zu kommen.

Eine Übung für den sicheren Rückruf

Üben Sie das „Hier!“ in einer Situation, in der Sie Kontrolle über den Hund haben. Das geht am besten an der Leine und in einer reizarmen Umgebung. Gehen Sie mit Ihrem an der durchhängenden Leine angeleinten Hund herum, ändern Sie die Richtung, gehen Sie rückwärts und rufen Sie ihn. Sobald er Ihnen folgt, loben Sie jeden Schritt, den er auf Sie zu macht.

Als Nächstes üben Sie mit einem Helfer das „Weglauf-Spiel“: Jemand hält Ihren Hund ganz ruhig am Halsband, während Sie mit ihm spielen und ihn richtig „aufmischen“. Dann laufen Sie los und rufen Ihren Hund: „Köbes Hier“ Erst dann lässt Ihr Helfer Ihren Hund los, damit er losrennen kann, um so schnell wie möglich zu Ihnen zu kommen. Wenn er bei Ihnen ankommt loben Sie ihn überschwänglich. Der Hund muss lernen, dass es sich absolut lohnt zu Ihnen zu kommen. Wiederholen Sie das Ganze solange Ihr Hund noch voll bei der Sache ist. Ganz wichtig: Sobald er langsamer wird, lassen Sie es gut sein. Dabei spielt auch die Belohnung eine große Rolle: Für den einen Hund ist es Spielzeug, für den anderen ist es Futter, für den nächsten ist es ein großer Spaß wenn Sie mit ihm über die Wiese tollen und toben.

Im nächsten Schritt gehen Sie mit einer zehn Meter langen Schleppleine nach draußen, wobei der Hund dafür ein Geschirr trägt. Wechseln Sie bei Ihrem Hund die normale kurze Leine gegen die Schleppleine aus. Sie sollte sich erst dann straffen, wenn Sie ihn in seinem Laufen ganz gezielt korrigieren wollen. Sobald Sie merken, dass er abgelenkt ist, rufen Sie ihn mit dem deutlichen Signal „Hier!“. Wenn er es tut, loben Sie ihn fröhlich und setzen dann das gleiche Spiel fort. Wenn auch das gut klappt, steigern Sie das Benimm-Training und bauen Ablenkungen ein: Lassen Sie ihn mit einem anderen Hund spielen, rufen Sie ihn dann, und verfahren Sie erneut wie oben beschrieben. Wenn Ihr Hund allerdings nicht reagiert, geben Sie ihm ein Signal mit der langen Leine sammeln ihn ein, loben ihn trotzdem, allerdings nicht ganz so gehaltvoll, wie wenn er eigenständig und sofort zu Ihnen kommt. Heißt vereinfacht: Kommt er bei dem „Hier“ sofort gibt es eine riesen Belohnung, kommt er durch das einsammeln an der Leine, auch loben, aber nicht in dem Ausmaß wie wenn er auf das Signal kommt..

Vermitteln Sie, dass es sich lohnt zu Ihnen zu kommen

Es ist enorm wichtig seinem Hund zu vermitteln, dass es sich absolut lohnt, zu Ihnen zurückzukommen und das schnell, gerne und auf dem direktesten Weg!

Der Rückruf ist einer der schwierigsten Signale – Wenn Sie mehr über den Rückruf wissen möchte, können Sie auch gerne an unserem Rückruftraining teilnehmen oder wir vereinbaren eine Einzelstunde. Wir vermitteln Ihnen theoretisch und praktisch die Basis für einen zuverlässigen Rückruf…