Kleine Rassen – keine Erziehung?

Brauchen kleine Rassen keine Erziehung?

Heute möchten wir uns einmal diesem brisanten Thema widmen – müssen kleine Rassen auch erzogen werden? Es ist ja immer noch in den Köpfen, dass die „Kleinen“ nicht unbedingt erzogen werden müssen…

Wenn wir gefragt werden, was man speziell bei der Erziehung von kleinen Hunden beachten soll, können wir nur antworten: Im Grunde nichts anderes wie bei großen Hunden auch.

Wie oft hören wir den Satz:

… Die kleinen Hunde sind ja die schlimmsten…

… Die benehmen sich, als ob sie große Hunde wären…

Das Problem liegt ja auf der Hand:

Kindchenschema, Vermenschlichung & verharmlosen des Verhaltens – weil der Hund ja soooo klein ist… Sprich, das Ausmaß schlechten oder unsozialen Verhaltens ist ja nicht so dramatisch wie bei großen Hunden und demnach ist das Handling auch nicht so schwer, wie mit einem 35 Kilo Hund. Zack – schnell die Flexileine auf Stop gedrückt und zur Not wird der hysterische kleine Racker an der Leine zurückgezogen und hochgehoben. Viele Menschen lassen sich leider verleiten, ihrem kleinen süßen Hund nur das Beste zu Teil werden zu lassen und sehen ihm alles nach.

Kleine Rassen brauchen ebenfalls Erziehung

Auch kleine Rassen sind, genauso wie ihre großen Artgenossen, Hunde! Und sie verhalten sich dementsprechend auch. Bin ich also als Halter inkonsequent, manipulativ und mir dessen einfach nicht bewusst, weil der kleine Hund ja so niedlich ist, kann er auch mal schnell zum nervigen Zeitgenossen mutieren…

Der Mythos der sich zäh Aufrecht erhält: Ältere Menschen möchten gerne einen Hund und nehmen einen Jack Russell Terrier bei sich auf – ja – der ist größentechnisch klein, aber eine Rasse die unglaublich widerstandfähig und kernig ist – informieren sie sich vor der Anschaffung eines Hundes. Klein ist nicht gleich unkompliziert…

Regeln oder Erziehung?

Sicher lernen, kleine wie große Hunde, gewisse Regeln im sozialen Umgang mit ihren Partnern – denen der eigenen Art, aber auch im Umgang mit artfremden Individuen, z. B. dem Menschen. Das ist ihrer überaus stark ausgeprägten Fähigkeit der Anpassung geschuldet. Ob man Hunde allerdings in das moralisch kulturelle Gesamtgefüge einer komplexen menschlichen Kultur hineinpressen kann, erscheint uns fragwürdig – egal ob groß oder klein…

Anpassung an die Umwelt

Damit Hunde, groß wie klein, in der menschlichen Umwelt zurechtkommen, müssen sie lernen, gewisse Regeln zu akzeptieren und sich insgesamt an ihr soziales Umfeld anzupassen. Eigentlich übernehmen die Hunde durch ihre bereits vorher erwähnte Anpassungsfähigkeit dort von selbst den größten Anteil. Ist ihr Umfeld ruhig, ausgeglichen und herrscht ein freundlicher Umgang zwischen den Menschen im Umfeld des Hundes, sind die Hunde ebenfalls meist ruhig und ausgeglichen. In einer hektischen und vielleicht sogar aggressiven vom Menschen geprägten Umwelt, zeigen Hund aller Erfahrung nach ein ähnliches Verhalten.

Braucht es unterschiedliche Regeln bei unterschiedlicher Größe?
Nein…

Wichtige Regeln, die Menschen Hunden beibringen sollten, sind z. B., dass man den Hund, egal in welcher Situation, zu sich rufen kann. Oder, dass er aus Sicherheitsgründen erst aus dem Auto springt, wenn ich es als Mensch erlaube. Wichtig sein kann auch das Einüben eines Alternativverhaltens, wenn es eine Situation einmal erfordert, dass man den Hund ablenken oder aus einem ungünstigen Verhalten herausholen möchte, wenn man möchte, dass er ein Verhalten abbricht. Das Ganze natürlich verknüpft mit einem Signalwort. Das sind Beispiele von dem, was man einem Hund beibringen sollte, damit er in der menschlichen Umwelt zurechtkommt. Und, um zum Thema Erziehung und Kleinhunde zurückzukommen. Es ist für diese Regeln vollkommen unerheblich, wie groß der Hund ist. Auch ein kleiner Hund sollte z. Bsp. sicher abrufbar sein, man sollte ihn davon abbringen können, etwas zu tun, was er nicht tun sollte – meist zu seiner eigenen Sicherheit. Die Regeln, die ein kleiner Hund lernen sollte sind exakt die gleichen, die ein großer Hund lernen sollte.

Klein wie groß gilt: Gleiche Bedürfnisse, gleiche Behandlung

Außerdem sind kleine Hunde, trotz diverser durch Züchtungen, verstärkter oder verminderter Eigenschaften, immer noch Hunde. Hunde, die ein gewisses Repertoire an Grundbedürfnissen haben, welche nichts mit der Größe zu tun haben. So haben alle Hunde ein großes Bedürfnis nach ausreichend Bewegung und adäquater Beschäftigung, die aber nicht exzessiv übertrieben werden sollte – was Hunde jeder Größe stresst und zu Verhaltensproblemen führen kann. Schlaf und Ruhephasen sind für alle Hunde wichtig. Zu Ruhe, Schlaf und vernünftiger Beschäftigung kommen weitere Bedürfnisse wie ausreichend sozialer Kontakt und soziale Interaktion usw. Große und kleine Hunde haben exakt die gleichen Grundbedürfnisse. Weshalb es für uns auch keinen plausiblen Grund gibt, Hunde allein aufgrund ihrer Größe unterschiedlich zu behandeln. Weitere Faktoren wie individuelle Vorlieben und Veranlagungen werden an dieser Stelle einfach mal ausgeklammert. Im Grunde ist ein Hund ein Hund. Ob Malteser oder Belgischer Schäferhund…

Gerne können Sie sich bei uns informieren oder unsere Mini-Gruppe besuchen – Ihr kleiner Hund wird es Ihnen danken 🙂