Erziehungsfehler

Wer einen Hund erzieht, begeht unweigerlich den einen oder anderen Erziehungsfehler.

Experten sagen: Halb so schlimm, solange die Beziehung stimmt und folgende Grundsätze Beachtung finden.

„Wie ich vor sieben Jahren auf den Hund gekommen bin? Ich wollte mein Leben entschleunigen, zu Fuß gehen statt zu fahren, die Muße beim Spazierengehen genießen. Stattdessen habe ich Zäune ersetzt und wütende Bauern beruhigt, weil meine Dalmatinerhündin Aischa mit den Kühen Fangen gespielt hat“, erzählt eine Hundehalterin aus dem ländlichen Oberbayern. „Wegen uns sind Reiter fast vom Pferd gestürzt. Und ein grüner Jeep im Wald löst bei mir automatisch Herzklopfen aus. Ich habe Angst, mein Hund haut ausgerechnet dann ab, wenn der Jäger unterwegs ist. Ich bin vom Rad gestürzt, weil Aischa einer Katze nachgejagt ist. Mütter mit kleinen Kindern wechseln hin und wieder die Straßenseite, wenn sie uns sehen, denn bei so einem großen Hund kann man ja nie wissen. Und sie haben Recht. Vor zwei Jahren hat ein wildfremdes Kind meine Aischa plötzlich umarmt und an sich gedrückt. Sie hat zugeschnappt, um sich aus der Umklammerung zu befreien.“

„Ich habe im Laufe der Jahre alles gekauft, was angeblich helfen soll, vom Brustgeschirr bis zum Zughalsband, und ein Vermögen für Wiener Würstchen und Hähnchenbrust ausgegeben. Die Leine zwischen uns spannt sich trotzdem immer noch. Zwei Bücherreihen in meinem Regal sind mit Erziehungsratgebern gefüllt, und die Stunden auf dem Hundeplatz will ich gar nicht zählen. Jetzt, nach sieben Jahren, ist einiges besser geworden, aber entspannt bin ich beim Spazierengehen immer noch nicht“, erzählt die Mutter dreier fast erwachsener Kinder.

Unvermeidlich: Erziehungsfehler

Fehler zu machen ist falsch. Das lernt man im Kindergarten oder früher. Später, als Erwachsener, merkt man, dass es unterschiedliche Arten von Fehlern gibt: peinliche, flüchtige, tödliche, kollektive, vermeidbare, unvermeidliche, solche, die wir wiederholen, aber auch jene, aus denen wir lernen. Besonders heikel sind die unvermeidlichen Erziehungsfehler, denn erstens lassen sie sich nicht ungeschehen machen und zweitens leiden gerade die darunter, bei denen wir am liebsten alles richtig machen wollen: unsere Familienmitglieder. Zu denen zählt bei vielen auch der Hund.

Zugegeben, wir Hundehalter reagieren oft sehr emotional, wenn es um Erziehungsfragen geht. Was man darf, soll oder unbedingt vermeiden muss, wird von uns leidenschaftlich diskutiert, auf der Straße und in Internetforen. Für die einen ist ein Halti eine Sache für den Tierschutz, für die anderen ist es eine sinnvolle Erziehungshilfe. Andere Probleme in der Hundeerziehung entstehen zwangsläufig durch die Zeit und die Gesellschaft, in der wir leben. Ein Dilemma, das die Münchner Publizistin Olga Mannheimer treffend beschrieben hat: „Die Interessen der voranschreitenden Menschheit kollidieren bekanntlich mit den Interessen des Menschen.“

Der herkömmliche Gebrauch des Wortes Fehler suggeriert, dass es ein richtiges Verhalten gibt, und klammert aus, wie stark ein fehlerhaftes Handeln von Geschichte und Gesellschaft, Ort und Zeit abhängt. „Was heute oder in einer bestimmten Situation passt, kann zu einer anderen Zeit oder in einer anderen Kultur absolut unpassend sein“, meint der Kölner Psychosomatiker, Therapeut und Coach Dr. Herbert Mück aus Köln. Besser wäre es, davon auszugehen, dass ein Verhalten mehr oder weniger gut passt.

Der Wunsch nach Perfektion

Wir wissen es, aber tun es trotzdem. Natürlich wissen die meisten, dass ein Herdenschutzhund nicht in einer Stadtwohnung untergebracht werden sollte und dass es schwierig ist, mit einem Weimaraner im Wald zu joggen, ohne dass er auf Beute aus ist. Wir strengen uns an, unseren tierischen Freund in unser modernes Leben zu integrieren, und setzen uns dabei enorm unter Druck. Ein unerzogener Hund bedeutet nicht selten persönliches Versagen. Der Satz „Die hat noch nicht mal ihren Hund unter Kontrolle“ legt nahe, dass die so Bezeichntete in anderen weit wichtigeren Lebensbereichen ebenso wenig tonangebend ist, zum Beispiel im Beruf oder bei den Kindern. Noch nie haben wir so viel Zeit und Geld in unsere Vierbeiner investiert und uns gleichzeitig so unzulänglich gefühlt. Wir möchten perfekt sein und bleiben doch unsicher.

Wie es ist, wenn Herrchen auf dem Zahnfleisch Gassi geht, schildert Michael Frey Dodillet in seinem Buch „Herrchenjahre“. Um seiner vierzig Kilo schweren Mischlingshündin Luna das Jagen und Raufen abzugewöhnen, beginnt er eine Odyssee durch den Alltag eines Familienhundhalters, der alles richtig machen will. Er schildert, wie er in die Fänge verschrobener Trainer gerät, Rudeltheorien verinnerlicht und sich Hühnerleber in die Hosentaschen stopft. Er probiert sämtliche Methoden von Heititei bis Schutzdienst, ohne nennenswerten Erfolg. Den richtigen Draht zum Hund bekommt er erst, als er nach fünf nervenaufreibenden Jahren und vielen guten und gut gemeinten Tipps die Flinte ins Korn wirft und seinen Hund so nimmt, wie er ist: schwierig.

Sie wollen nicht mit Fehlern leben? Dann lassen Sie sich begraben. „Wir suchen nach dem perfekten Körper, dem perfekten Partner, dem perfekten Frühförderungsprogramm für unsere Kinder, der perfekten Work-Life-Balance, dem perfekten DSL-Paket. Das hat sehr viel mit unserem technologischen Fortschritt zu tun, der uns tolle Dinge beschert wie Handys und Computer“, meint die Münchner Philosophin Rebekka Reinhard. Diese Machbarkeit der Technik übertragen wir auch auf Lebewesen wie unseren Hund. Er soll verlässlich kommen, sobald wir ihn rufen, nicht an der Leine ziehen, nicht jagen, raufen, kläffen und niemanden anspringen. Sitz und Platz wären auch ganz schön. Ist das zu viel verlangt?

Krampfhaft suchen wir nach der passenden Bedienungsanleitung, dem richtigen Knopf, den wir drücken müssen, damit das alles klappt. Wir scheuen weder Zeit noch Geld, besuchen bei Wind und Wetter Kurse, lesen Ratgeber und buchen teure Trainerstunden. Über die Erziehungsziele sind wir uns einig. Über Methoden wird erbittert gestritten. Allein die simple Frage, wie man seinem Hund das Gehen an lockerer Leine beibringt, löst eine Lawine unterschiedlichster Antworten und Theorien aus. Halsband und Brustgeschirr spalten 5,5 Millionen deutsche Hundebesitzer in zwei Lager. Egal zu welcher Fraktion wir tendieren, eines haben wir inzwischen alle verinnerlicht: Wenn etwas schiefgeht, kann der Hund nichts dafür. Was er auch anstellt, ob Hasen jagen, Essen klauen oder raufen, wir Menschen und die Fehler, die wir machen, sind dafür verantwortlich. Klingt logisch, doch was tun?

Viele Hundetrainer raten dazu, das Charisma eines Leitwolfs zu entwickeln. Wir sollen authentisch sein, souverän, ein Leader, ein Typ, der weiß, wo es im Leben langgeht. Legen wir Ratgeber und Schuldgefühle mal beiseite und gestehen uns ein, wie unrealistisch das ist. „Die Machbarkeit der Technik, die viel mehr ermöglicht, als wir allein mit unseren Geistesgaben erreichen können, lässt uns leicht den Maßstab des Menschlichen vergessen. Wir sind nun mal nicht so perfekt wie unsere iPhones, sondern fehlbare Wesen, denen die Unvollkommenheit in die Wiege gelegt wurde“, findet Rebekka Reinhard, die, quer zum Zeitgeist, ein Buch über die „Kunst des Irrens“ geschrieben hat. Entweder wollen wir unseren Charakter nicht ändern oder wir können es nicht. Rauchen kann tödlich sein, Alkohol schadet der Leber und Schokolade unserem Body-Mass-Index. Werden wir deshalb Asketen?

Uns fehlt weder die richtige Methode noch der richtige Hundeflüsterer oder das richtige Timing. Unser Dilemma ist, dass Anspruch (der stets kooperierende Hund) und Wirklichkeit (wir sind gern inkonsequent, unmethodisch, bequem, nachgiebig, reden viel und haben keine Lust, in der Freizeit den Chef zu spielen) nicht übereinstimmen. „Anpassung fordert die Welt, Charakter will sich verweigern. Das Unversöhnliche eint heitere Resignation“, weiß der Autor und Politiker Eberhard Puntsch. Die heitere Resignation ist die philosophischste aller Möglichkeiten, mit diesem Konflikt umzugehen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie die nötige Seelenruhe nicht aufbringen können: Hier kommen Hilfestellungen, ohne dass Sie lieb gewordene Charakterschwächen aufgeben müssen.

Richtig erziehen – der Weg zum Erfolg

1. Die Erkenntnis

Es ist unmöglich, im Zusammenleben mit unserem Hund alles richtig zu machen. Die Frage ist: Können wir es besser machen als bisher. Wenn wir uns zu viel vornehmen wie: Ab morgen bin ich konsequent, wird das nicht klappen. Das kennen wir aus anderen Lebensbereichen. Es ist viel schwieriger, generell auf Süßigkeiten zu verzichten, als sich vorzunehmen, mittwochs keine Schokolade zu essen. Konzentrieren wir uns auf das Machbare statt auf das Ideal, nehmen uns wenig vor, das aber konkret.

2. Die Konsequenz

Mal darf er, mal darf er nicht, ist typisch für inkonsequente Erziehung. Dabei kann es gelingen, konsequent zu bleiben. Ein Beispiel: Jedes Mal, wenn Sie Ihren Hund auffordern, sich zu setzen oder hinzulegen, gilt das so lang, bis Sie etwas anderes sagen. Hebt Ihr Hund das Kommando von sich aus auf, kennt er es nicht anders. Seien Sie also geduldig, aber beharrlich, und bringen Sie ihn wieder in die gewohnte Position. Er muss warten, bis er frei gegeben wird. Erst wenn das gut klappt, sollten Sie sich etwas Neues vornehmen, zum Beispiel den Hund nur zu belohnen, wenn er einen Befehl sofort ausführt. Wenn sie mehrmals „Sitz“ oder „Platz“ sagen müssen, gibt es weder Lob noch Futter.

3. Der Führanspruch

Es gilt: Weniger ist mehr. Nehmen Sie sich nicht vor, immer derjenige zu sein, der handelt, anstatt zu reagieren. Üben Sie stattdessen an einem konkreten Fall, zum Beispiel dem Herankommen. Bevor Sie Ihren Hund rufen, überlegen Sie, welche Strategie Sie haben, wenn er den Befehl ignoriert. Sie können die Richtung wechseln oder sich verstecken. Eine andere Möglichkeit ist, den Hund mit der Schleppleine abzusichern und ihn nur dann zu rufen, wenn Sie in der Nähe der Schleppleine sind und den Hund damit heranholen können. Rufen Sie nie, wenn Sie den Befehl nicht durchsetzen können oder sich nicht ganz sicher sind, dass er auch kommen wird. In diesem Fall gehen Sie ihn kommentarlos holen.

4. Vermenschlichung vermeiden

Als Familienmitglied steht der Hund uns so nahe, dass es schwer ist, keine menschlichen Maßstäbe an ihn anzulegen. Aber eines ist wichtig: Hunde haben keine Vorstellung von Zeit. Sie kennen weder Zukunft noch Vergangenheit. Sie leben im Jetzt und verknüpfen Gefühle, die sie in dieser Sekunde haben, mit dem, was gerade passiert. Wenn Sie einen ängstlichen oder unsicheren Hund streicheln und beruhigend auf ihn einreden, meint er, es sei berechtigt, Angst zu haben oder sich unsicher zu fühlen. Ihre Zuwendung bestätigt ihn, seine negative Emotion erscheint ihm angebracht und richtig. Statt dem Impuls, zu trösten und zu beruhigen, nachzugeben, ist es besser, sich selbst bewusst zu entspannen, ruhig und tief zu atmen, die Muskeln zu lockern und dem Hund dadurch zu zeigen: Hey, es ist alles in Ordnung. Dasselbe gilt natürlich auch für Hunde, die aggressiv reagieren. Streicheln und beruhigen sind auch tabu, wenn Bello in der Leine hängt und zur Attacke bläst – auch wenn das für uns nicht einfach ist.

5. Keine Überforderung durch falsche Erwartungen

„Der soll nicht dressiert sein, der soll nur kommen, wenn er gerufen wird, ist eine unmögliche Situation für den Hund“, meint die Aschaffenburger Trainerin Petra Führmann. „Überwiegend darf er selbst entscheiden, was er tut, nur in manchen Situationen nicht? Das ist eine ständige Überforderung für den Vierbeiner!“, sagt die Verfasserin zahlreicher Erziehungsratgeber. Machen Sie sich daher bewusst, wo es sinnvoll ist, Freiraum zu geben, und wo nicht. Darf Ihr Hund nach Mäusen buddeln? Immer? Auch im Garten? Auf dem Feld? Auf einer Viehwiese? Im Wald? Kennt Ihr Hund die Spielregeln, oder entscheiden Sie von Fall zu Fall immer wieder neu? Unfair ist natürlich auch, unserem Vierbeiner moralisches oder ethisches Bewusstsein zu unterstellen. Denn Hunde sind nicht gut oder schlecht und handeln auch nicht in diesem Sinn. „Jedes Lebewesen hat das Recht, so erzogen zu werden, wie es seine leibliche Mutter oder seine Eltern tun würden“, schlägt Petra Führmann als Richtlinie vor.

6. Die richtige Auslastung

Ganz konkret heißt das: Gehen Sie montags und donnerstags nicht mehr spazieren. Gehen Sie stattdessen auf eine Wiese, eine Lichtung oder in einen Park und spielen Sie mit Ihrem Hund, eine halbe Stunde mindestens! Spielen Sie mit und ohne Spielzeug, mit Futter und ohne. Laufen, rennen und toben Sie miteinander. Üben Sie mit Ihrem Hund Sitz und Platz, während andere Menschen und Hunde um sie herum sind, verstecken Sie Futterdummys und üben Sie Tricks. Haben Sie Spaß!

7. Kommunizieren

Ja, wir alle wissen: weniger reden, mehr Körpersprache ¿ und tun es trotzdem nicht. Oder sehen Sie auf Ihren täglichen Spaziergängen schweigende Menschen, die gestikulieren? Deshalb wieder ganz konkret: Kaufen Sie ein Buch über die Körpersprache des Hundes, beispielsweise das wunderbare „Hundeverhalten“ von Barbara Handelman (Franckh-Kosmos Verlag). Gucken Sie sich die Bilder an. Kennen Sie den unterschiedlichen Körperausdruck von einem dominant aggressiven und einem ängstlich aggressiven Hund? Was bedeuten Pföteln und Maulwinkel lecken? Freut Ihr Hund sich wirklich, wenn er Sie zur Begrüßung anspringt oder ist er nur erregt? Wie sieht eine unterwürfige Begrüßung aus? Gehen Sie auf eine Hundewiese und beobachten Sie die Tiere! Fragen Sie andere Hundehalter, ob sie dasselbe sehen und interpretieren wie Sie! Seien Sie neugierig auf das fremde Wesen an Ihrer Seite!

8. Vereinfachen durch Schubladendenken

Wenn etwas zu vielschichtig ist, um es mit unserem begrenzten Verstand zu erfassen, nehmen wir seit Jahrtausenden Modelle zuhilfe. Modelle sind vereinfachte Vorstellungen der Wirklichkeit und machen Komplexes überschaubar. Wir kennen sie aus allen Lebensbereichen, der Architekur, der Wirtschaft, der Wetterkarte und der Psychologie. Sie sagen nichts anderes, als dass etwas Ähnlichkeit besitzt.

Robert Dilts, Autor und Trainer im Bereich des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP), entwickelte in den Achtzigerjahren das „Modell der logischen Ebenen“. Es dient seitdem als Diagnoseinstrument, um herauszufinden, warum etwas nicht funktioniert und wo man ansetzen kann, um die Situation zu verbessern. Dieses Modell teilt menschliches Erleben scheibchenweise in sechs Kategorien ein, die hierarchisch als Pyramide strukturiert sind. Sie können es benutzen, um zu analysieren, warum Ihr zehnjähriger Sohn den Übertritt in die höhere Schule nicht schafft. Genauso gut können Sie damit feststellen, woran es liegt, wenn etwas in der Erziehung oder Ausbildung Ihres Hundes nicht klappt.

Tanja Schweda, Erlebnispädagogin und Trainerin der Schule „Mensch mit Hund“ in Regnitzlosau, arbeitet mit dem „Modell der logischen Ebenen“. „Ich schule meine Kunden auf den Ebenen Umwelt, Verhalten und Fähigkeiten. Auf den höheren Ebenen coache ich sie, das heißt, ich begleite sie in Richtung zielführendes Denken, transportiere aber keinen Inhalt. Hier hilft mir das Modell, wertfreier zu sein. Ich bin weniger geneigt, dem Kunden meine Werte und Überzeugungen aufzudrängen. So kann es auch schon mal passieren, dass ich einfach akzeptieren muss, dass dieser Mensch andere Wege geht, nämlich nach seiner eigenen inneren Landkarte.“

Es lohnt sich gewiss darüber nachzudenken, welche Wahrnehmungsfilter unsere Haltung gegenüber Hunden in Erziehungsfragen prägen. Glaubenssätze wie „Mein Hund soll frei sein“ oder „Tiere haben keinen eigenen Willen“ beeinflussen unser Verhalten mehr, als wir denken. Außerdem haben wir den Hang, Andersdenkende zu verurteilen. Das ist menschlich und dient dazu, das Ich vom Anderen abzugrenzen. Viel wichtiger als das ist aber die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen: Welches sind meine Werte?

Und, ja, Erziehung ist ein mühsamer Prozess, bei dem Fehler dazugehören. Weder Schuldgefühle noch Schuldzuweisungen bringen uns in der Erziehung unseres Hundes weiter, sondern nur der Wille zu wachsen und es morgen besser zu machen als heute. Dazu müssen wir uns nicht ständig den Kopf darüber zerbrechen, ob wir etwas falsch machen oder nach welchem Schema wir vorgehen sollen. Eine stabile, von Zuneigung, Neugier und Austausch geprägte Beziehung verträgt sehr gut den einen oder anderen Erziehungsfehler. Und eines ist in jedem Fall gut zu wissen: Unser Hund liebt uns so, wie wir sind. Trotz all unserer Irrtümer. Hunde sind so.

Text: Astrid Nestler

Quelle: Dogs Magazin 2/2011